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Erfahrungen eines Luft-Reisenden - oder : Wenn man öfters in die Luft geht?
Mittwoch, 01. Dezember 2004


Wenn man regelmäßig Zeit in der Luft verbringt, hat man in Zeiten von Billig-Airlines und einem zunehmenden Wettbewerb unter den Fluglinien viele interessante Dinge gelernt. Zum Beispiel Flugpreise von Düsseldorf nach München oder von Berlin nach Hamburg bewegen sich in einer Preisrange zwischen 27 und 379 Euro. Welche kalkulatorische Logik dabei eine Bedeutung hat, verschließt sich einem und im Grunde möchte man es auch nicht wissen. Man ist glücklich, trotz vierfacher Terminverlegung einen "Billigflug" ergattert zu haben, wobei "billig" dann relativ ist.

Von dba, germanwings, Gexx und hlx hat man bei der Ankunft und beim Abflug auf den Airports Berlin, Düsseldorf, Köln, Frankfurt und München einige interessante Rituale gelernt. Umso jünger und unbekannter das Flugunternehmen ist, desto weiter ist der Weg vom Ausstieg aus dem "Vogel" bis zum Taxistand. Dieses Airport-Jogging ist dagegen bei der Kranich-Airline nicht notwendig.

Wenn man auf einer bundesdeutschen Landebahn nicht mit einem Lufthansa-Flieger ausrollt, kann man zudem sicher sein, dass sich an die Landung noch eine kleine Rundfahrt über das Flughafengelände anschließt, denn schließlich haben germanwings-, Hapag Lloyd-, dba-, und Gexx-Flieger nicht in der Nähe des Flughafenausgangs anzudocken.

Konnte man bis vor einigen Monaten noch dankbar sein, bei der Deutschen Lufthansa als Economy-Flieger ein Tässchen Kaffee oder ein Gläschen Mineralwasser kostenlos zu erhalten, hat die dba diesen Service nun plus sympathische Snacks übernommen.

Während die eine Gesellschaft 8 kg Handgepäck zulässt, stöhnt die nächste bei 5 kg. Während den Normmaßen entsprechende Handgepäckstücke sympathisch Einlass in den Flieger der einen Airline finden, lässt die nächste Gesellschaft einen unfreundlich wissen, dass der Trolley doch irgendwie zu groß sei. Hilfe leistet hier oft der Hinweis, dass man einen Laptop oder gar Beamer mit sich führt, denn diese Geräte signalisieren den Fluggesellschaften sofort mögliche Versicherungsfolgen bei Beschädigung. Schnell zieht ein freundliches Lächeln auf das Gesicht des Gate-Personals und man wird mit diesem Equipment durchgewunken.

Interessant ist auch das Sicherheitspersonal an bundesdeutschen Flughäfen. Mit freundlicher Berliner Schnauze, stets gut gelaunt und immer einem netten Willkommensgruß auf den Lippen geht es durch die Tegeler Röntgenschleusen. In München dagegen hat man das Gefühl, ein Strafgefangener auf Freigang zu sein, während man sein Jackett und sein Handgepäck auf das Transportband des Röntgengerätes legt und sich abtasten lässt.

Unterhaltsam ist auch die Situation, wenn die Sicherheitshinweise vor dem Start in der Maschine vorgetragen werden, denen in einer normalen Arbeitswoche vielleicht 10 % der Fluggäste mit Aufmerksamkeit folgen. Manche Traditions-Airline spult hier das penetrante Standardprogramm ab, andere Gesellschaften würzen diese Vorträge gerne mit Anmerkungen im schwäbischen, bayerischen oder rheinischen Dialekt.

Faszinierend ist es auch, die Veränderungen im Berufsbild der Flugbegleiter und Flugbegleiterinnen zu interpretieren. Bei den Gesellschaften, bei denen neuerdings während des Fluges kleine Snacks käuflich zu erwerben sind (das Wort Kaufen wird übrigens vermieden), erwecken die Mitarbeiter und Mitarbeiter-innen den Eindruck, als sei es unter ihrer Würde, einem Fluggast einen Kaffee, ein Mineralwasser oder ein Croissant "anzudrehen". Dabei sollte dies doch Freude machen, denn man muss davon ausgehen, dass das Flugbegleitpersonal am Umsatz beteiligt ist, denn sonst wären die "Apotheken-Preise" für diese Snacks nicht erklärbar.

Aber auch die Typologie der Fluggäste könnte mehrere Taschenbücher füllen. Besonders amüsant ist es immer wieder, wenn Herr oder Frau "Vielflieger" souverän in das germanwings-Flugzeug stürmt und erschüttert nach seiner Platzreservierung fragt. Sympathisch sind auch die jungen, dynamischen Hosenträger tragenden Endzwanziger, die im Flug-zeug hinter 1.60 m großen, jungen schmächtigen Frauen stehen, die versuchen ihr Handgepäck in die Gepäckablage zu wuchten und durch ihre Blicke die Aussage vermitteln: "Sind sie bald fertig mit ihrer Hantiererei?". Dieser Männergruppe käme es nicht in den Sinn, aktive Hilfe zu leisten.

Comedy-Qualität hat auch die Situation, wenn Herr oder Frau "Vielflieger " in Airlines mit Platzreservierung auf Sitz 9F Platz nimmt und der wahre Inhaber von 9F freundlich darauf hinweist, dass man auf dem falschen Platz sitzt. Herrn oder Frau "Vielfliegers" übliche Reaktion ist, dass er bzw. sie mit Sicherheit keinen Fehler gemacht hat, sondern alle Dispositionssysteme der Fluggesellschaft versagt haben. Teilweise wird dabei die Frage der Existenzberechtigung der Fluggesellschaft gestellt.

Sympathisch sind auch Fluggäste, die in Sitzreihen auf der Höhe der Notausgänge Platz nehmen und Stewardessen forsch darauf hinweisen, dass sich die Rückenlehne ihrer Sitzes wieder einmal nicht verstellen lässt.

Herzallerliebst ist auch der Moment kurz vor dem Start, in dem die Crew auf das Go wartet und in der Stille der Erwartung des Starts plötzlich in einer der Gepäck-ablagen ein Handy in Aktion tritt und der Besitzer allseits um Verständnis bittend sein Handy ausschaltet.

Während ich diese Zeilen schreibe, stelle ich fest, dass ich noch Stunden berichten könnte. Aber mir sind solche
Erlebnisse lieber als stundenlang im Auto im Stau zu stehen.
Autor: Wolfgang Schlünzen