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Time Slot-Analysen oder die Frage nach der Gemütslage des Zuschauers
Donnerstag, 19. Dezember 2002


Seit über einem Jahrzehnt gehen wir im Monheimer Institut der Frage nach, wie es sich mit der Akzeptanz und Faszinations-kraft intendierter und bereits in der Ausstrahlung befindlicher Fernsehsendungen verhält.

Nicht selten stellt(e) sich am Ende einer solchen Pretest- oder Status-quo-Analyse heraus, dass das Format durchaus seine Stärken hatte, auf dem aktuellen bzw. angedachten Sendeplatz jedoch keinen Anklang fand.

Aus dieser Forschungserfahrung resultierend widmen wir uns seit einigen Jahren nicht mehr nur ausschließlich isolierten Formatanalysen, sondern wir nehmen in sog. Time Slot-Analysen die Rezeptionsverfassung und -stimmung des Zuschauers ins Visier, fragen nach, wie man zu bestimmten Tageszeiten "drauf ist", welchen Stellenwert das Medium "TV" zu dieser Tageszeit für den Einzelnen besitzt und welche sehmotivationalen Bedürfnisse man im jeweiligen Time Slot in Bezug auf das Fernsehangebot befriedigt wissen will, um Hinweise für die "Macher" von Fernsehproduktionen zu erlangen, welchen sehmotivationalen Anforderungen ein Format mit Blick auf den intendierten Sendeplatz zu genügen hat.

In derartigen Time Slot-Analysen wird das bisherige Vorgehen des Forschers quasi einmal "auf den Kopf gestellt". Er geht nicht von der Diskussion über die Akzeptanz eines Formates aus, sondern stellt diese "hinten an". Zunächst gilt es zu klären, welche Befindlichkeiten der Zuschauer zum intendierten Time Slot zurückspielt, wie er das aktuelle Programmangebot in diesem Zeitraum beurteilt und welche Genre er für diese Zeit als passend bzw. unpassend erlebt.

Erst im Anschluss an diese Diskussion wird der Zuschauer mit dem zu analysierenden Format konfrontiert. Neben der Diskussion über Formatfacetten findet ein Abgleich zwischen den sehmotivationalen Anforderungen des Testzuschauers zum Time Slot und der Sehmotivstruktur der Sendung statt.
Methodisch betrachtet bieten sich hierzu zwei unterschiedliche Herangehensweisen an, die sicherlich nicht zuletzt vor dem Hintergrund zur Verfügung stehender Budgets auszuwählen sind: Die umfassende Analyse mit Hilfe von Kreativworkshops und die etwas reduzierte Analyse unter Einsatz von gruppendynamischen Gesprächsrunden.

Das Research Procedere solcher gruppendynamischer Kreativworkshops lässt sich in drei Phasen aufteilen:
Die erste Phase widmet sich der Frage nach den generellen Erwartungen, Anforderungen und Bedürfnislagen des Zuschauers im Time Slot. Von Forschungsinteresse sind in dieser Phase die sehmotivationalen Bedürfnisse, die der Zuschauer mit dem Fernsehprogramm im Time Slot bedient wissen will. Es wird auch die Frage beantwortet, welche Formate aktuell sowie in der Vergangenheit in der Lage sind bzw. waren, diese sehmotivationale Befriedigung zu erzielen. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden zu ermitteln, durch welche Verfassungen und Gemütslagen die Rezeptionssituation des Zuschauers im Time Slot gekennzeichnet ist. Der ca. 5-stündige Kreativworkshop ermöglicht es dabei auch, wochentägliche Unterschiede differenziert aufzuzeigen.

Zum Einsatz kommen Kreativ- und Assoziationstechniken, wie zum Beispiel die Collagen-Technik, anhand derer die Zuschauer die Möglichkeit erhalten, ihr "Bild" vom jeweiligen Time Slot mit Hilfe einer Collage kreativ zum Ausdruck zu bringen. Der Einsatz der Collagen-Technik ist charakterisiert davon, dass sich die Zuschauer im Rahmen dieses kreativen Prozesses nicht nur auf rationaler Ebene bewegen, sondern auch emotionale, weniger bewusste und vorbewusste Wahrnehmungs- und Erlebensinhalte in ihrem "Bild" von einem Time Slot zum Ausdruck bringen.

Zudem soll mittels dieser Kreativtechnik eine Aussage darüber getroffen werden, wie die Rezeptionssituation im Time Slot beschaffen ist bzw. von welchen Gemüts- und Gefühlswelten dieser Zeitraum charakterisiert ist.

In einem zweiten Stepp, der eigentlichen Kreativphase des Workshops, sind Zuschauer dazu aufgefordert, basierend auf ihrer Erfahrung mit Formaten im jeweiligen Time Slot selbst Formatideen (in groben Zügen) zu kreieren. Die zuschauerseitig artikulierten Formatideen werden anschließend in Relation zu den eingangs von den Zuschauern formulierten Bedürfnislagen im Time Slot gesetzt.

Die dritte Phase dieses methodischen Vorgehens lässt genügend Raum, um entweder macherseitig entwickelte Formatideen oder ein bereits produziertes Format (Pilotsendung) vertiefend zu hinterfragen.
Die gruppendynamische Gesprächsrunde mit einer Dauer von 3 Stunden muss auf den beschriebenen umfangreichen Einsatz von Kreativtechniken verzichten. Darüber hinaus lässt dieses methodische Vorgehen nicht genügend Raum, den Zuschauer dazu einzuladen, sich selbst einmal als "Kreativer Programmmacher" zu begreifen und Formatideen zu verbalisieren. Die gruppendynamische Gesprächsrunde unter der Headline "Time Slot-Analyse" verzichtet also auf die zweite Phase und damit auch auf die kreative Eigenleistung von Zuschauern.

Der ein oder andere Programmverantwortliche mag an dieser Stelle kommentieren, dass noch genügend Formatideen vorliegen, so dass es gar nicht von Nöten wäre, den Zuschauer zu solch "einem Spielchen" aufzufordern.
Es sei an dieser Stelle angemerkt, dass die zuschauerseitig entwickelten Formatideen sicher niemals 1:1 zu übernehmen sind, aber sie liefern Programmmachern häufig wichtige Hinweise zur Optimierung intendierter oder bereits in der Ausstrahlung befindlicher Sendungen.