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German Daily Soaps - Die Wundertüte auf dem TV-Markt
Dienstag, 01. April 1997


Eine gut laufende deutsche Daily Soap läßt die Herzen der TV-Veranwortlichen höher schlagen. Mit niedrigsten Produktionskosten können überraschend breite, aber vor allem auch jugendliche Zielgruppen zur besten Sendezeit erreicht werden. Und (fast) immer geht die Rechnung auf. Zwar erreicht nicht jede Soap Traumwerte wie die Mutter aller deutschen Daily Soaps "Gute Zeiten, schlechte Zeiten", doch haben sich daneben immerhin drei weitere deutsche Daily Soaps - "Marienhof", "Verbotene Liebe", beide ARD, und "Unter Uns", RTL, - erfolgreich etablieren können.

Während einige Dailys inzwischen wieder verschwunden sind - neben "Jede Menge Leben", ZDF, auch das SAT.1-Format "So ist das Leben, die Wagenfelds", die vor allem wohl an den eigenen zu hohen Ansprüchen gescheitert ist - schicken sich inzwischen sogar Sender aus der "2. Reihe" an, Soaps anzubieten: z.B."Alle Zusammen, jeder für sich", RTL 2. Für den qualitativen Forscher ist der Erfolg der deutschen Daily Soaps ein sehr interessantes, wenn auch weites Feld. In Gruppendiskussionen lassen sich immer wieder Fans von Daily Soaps erkennen, die sich zu ihrer Vorliebe offen bekennen, worauf sie zumeist mit der Häme eines guten Teils der anderen Gesprächsteilnehmer rechnen müssen.

Was bringt Zuschauer dazu, sich diese Serien anzusehen, von denen sie selber sagen, daß die Schauspieler nicht die besten sind, sich alles thematisch zwischen Liebe und Intrige wiederholt, die Räumlichkeiten begrenzt sind etc.?

Echte Fans werden süchtig nach ihrer Daily Soap, wozu sich ein Teil der Zuschauer auch bekennt. Diese Sucht läßt sich über eine Anzahl von Symptomen erkennen: das Sehen der Soap wird zu einem festen Teil des Tagesablaufes, den man versucht auch gegen Widrigkeiten - Termine, Telefonanrufe, Besuche - einigermaßen freizuhalten; verpaßt man die Sendung, erlebt man Verlustgefühle, fühlt sich traurig (als Ausweg aus diesem Dilemma bietet es sich an, entweder die Sendung auf Video aufzuzeichnen, oder in Zeitschriften wie "TV" Serien Verpaßtes "Barbara und Daniel haben ihre erste Krise" nachzuholen).

Der "Absprung" - gewollt oder unfreiwillig - wird am ehesten über äußeren Zwang - z.B. Urlaub, regelmäßige Termine zur Sendezeit - erreicht. Die Mehrheit der Zuschauer begründet ihr Sehen der Daily Soap natürlich sehr viel rationaler. Man sieht sie "zur reinen Entspannung, um sich berieseln zu lassen" oder weil es, wie dies von männlichen Erwachsenen oft begründet wird, die anderen (weiblichen) Mitglieder des Haushaltes sehen. Erst in der vertiefenden Diskussion wird erkennbar, wie wichtig Sehmotive sind wie Identifikation mit den Protagonisten Vorbildfunktion/ soziales Lernen über die Serie, die Faszination anderer Erlebniswelten, Familienersatz oder die Möglichkeit, in einer Art Stellvertreterrolle über die Serie Emotionen auszuleben. Damit diese Motive von Daily Soaps bedient werden können, müssen zentrale Figuren eine sehr positive, Vorbild bietende Austrahlung haben und sie dürfen gleichzeitig nicht zu weit vom Zuschauer entfernt sein. Zum Einstieg in eine Daily Soap wirkt am zuverlässigsten - insbesondere bei jüngeren Zuschauern - der Druck der Peer group: die Serie, über die man sich morgens in der Schule unterhält, hat "gewonnen". Doch auch der Werbedruck oder das "gewöhnliche" Zappen kann zur Soap führen.

Um die Zuschauer bei einer Daily Soap zu halten, sollte schließlich immer etwas passieren, doch auch ja nicht zu viel, damit nach dem Verpassen einiger Folgen der Einstieg in die Soap jederzeit wieder möglich ist. Diese Gratwanderung zwischen Beständigkeit und Dynamik muß erfolgreich bewältigt werden, damit das goldene Kalb viele Jahre gewinnbringend gemolken werden kann.

Autor : Norbert Kaufmann