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Wie Gerüche unser Leben beeinflussen
Freitag, 30. März 2007

Nachdem ich "Das Parfüm" gelesen hatte, fragte ich mich, ob bestimmte Düfte unser Leben wirklich maßgeblich beeinflussen und begann, ein wenig zu recherchieren.

Wer kennt das nicht - Das riecht doch wie bei ...? Gerüche, die einem in die Nase steigen und ganz plötzlich um Jahre zurückversetzen. Sofort kommen Erinnerungen auf. Auf einmal ist Omas Küche wieder so präsent wie damals, als man als Kind am Küchentisch Hausaufgaben gemacht hat, während sie Kuchen backte.

Meine Recherche hat gezeigt, dass der Mensch etwa zwischen 10.000 verschiedenen Gerüche unterscheiden kann. Sie wecken Erinnerungen und verursachen bestimmte Gefühle oder auch Ekel.

Wie gut Gerüche Erinnerungen hervorrufen können, ist vielen nicht bewusst. Jeder Duft geht auf direktem Weg in unser Gefühls- und Erinnerungszentrum. Wenn ein bestimmter Geruch mit einem bestimmten Umfeld oder einem erlebten Ereignis verknüpft ist, wird er in diesem Zentrum langfristig gespeichert. Nicht einmal Bilder und Geräusche bleiben so lange und intensiv in unserer Erinnerung wie Düfte.

Im Vergleich zu Tieren sind Menschen sehr schlechte Riecher: In unserer extrem visualisierten Welt ist der Geruchssinn ein verkümmerter und zurückgebildeter Sinn. Der Vergleich mit den Sinneszellen eines Dackels (ca. 125 Mio.) und eines Schäferhundes (ca. 250 Mio.) belegt deren weitaus besseres Riechvermögen. Ein Mensch riecht ein Gramm Buttersäure, das in einem 10-stöckigen Haus verteilt ist, nur minimal. Ein Hund dagegen kann die Buttersäure riechen, wenn ein Gramm davon im Luftraum über Hamburg bis in 100 Meter Höhe verteilt wurde.

Der Geruch von Sonnencreme erinnert an einen Tag am Strand, Rosenduft versetzt einen in Gedanken in den Garten der Großeltern zurück. Der kleinste duftende Lufthauch reicht aus, um Menschen in Erinnerungen zurückzuversetzen. Unsere Erinnerungen, so Neurowissenschaftler, sind über das gesamte Gehirn verstreut gespeichert, werden aber zentral (vom Hippocampus) gesteuert. Wird ein menschlicher Sinn stimuliert und so eine Erinnerung hervorgerufen, so die Forscher, werden auch verwandte Erinnerungen aufgerufen.

Ein britisches College zeigte Testpersonen Fotos, die sie mit Gerüchen in Verbindung bringen sollten. Die Gerüche allerdings hatten mit den Bildern wenig zu tun. Ein Foto einer Ente sollte etwa mit dem Duft von Rosen in Zusammenhang gebracht werden. Die Testpersonen, so hofften die Wissenschaftler, könnten sich das Bild einer Ente vorstellen, die durch einen Garten mit duftenden Rosen watschelt.

Später sahen die Testpersonen die Bilder erneut, aber diesmal ohne Geruch und im Wechsel mit unbekannten Bildern. Dabei wurden die Aktivitäten in den unterschiedlichen Gehirnbereichen gemessen. Es zeigte sich, dass das Betrachten der bekannten Fotos zwei Regionen stimuliert, den Hippocampus und den piriformen Cortex, der Gerüche verarbeitet. Die neuen, unbekannten Bilder hatten diesen Effekt nicht.

Nach Meinung der Forscher ist somit bewiesen, dass nicht nur Gerüche Erinnerungen wecken, sondern auch Bilder Geruchsempfindungen aktivieren können. Angenommen wird aber, dass an einen Geruch gebundene Erinnerungen am längsten gespeichert werden und selbst dann präsent bleiben, wenn der Hippocampus seine kontrollierende Rolle aufgegeben hat. Patienten mit verletztem Hippocampus können z.B. eine Amnesie haben, die Jahre zurückliegt und sich trotzdem an vergangene Gerüche wie beispielsweise aus ihrer Kindheit erinnern.

Anders als ein Hund orientiert sich der Mensch nicht anhand von Gerüchen, doch unser Geruchssinn scheint unbewusst deutlich öfter an Entscheidungen beteiligt zu sein, als wir annehmen. Gerade wenn es um Gefühle geht, folgt auch der Mensch meist seiner Nase. Unsere Nase gehört nämlich zu unseren am stärksten unterschätzten Sinnen. Menschen umgeben sich zwar gerne mit angenehmen Düften, wertschätzen ihre Nase aber mehr als ein Luxusorgan, das ab und zu bei einem schönen Abendessen oder einem Schaumbad für die Wahrnehmung der richtigen Atmosphäre und unserer Stimmung verantwortlich sein kann.

Sogar unsere Partnerwahl ist von der Beschaffenheit der hormonellen Düfte unseres Gegenübers abhängig. Die "rosarote Brille" ist ebenfalls in dieser unbewussten Wahrnehmung begründet, die uns nicht nur das Gefühl des "Auf-Wolke-7-Schwebens" gibt, sondern uns in der ersten Zeit einer neuen Partnerschaft in eine "echte" Abhängigkeit zum Partner bringt.

Da wir dies natürlich nicht bewusst merken, so die Wissenschaftler, erklärt unser Verstand diese Empfinden mit Argumenten wie z.B. dem Gefühl der "wahren bedingungslosen Liebe". Letztendlich stecken aber doch, natürlich neben anderen Zusammenhängen, unsere Gene dahinter und die Nase dient dann als heimlicher Verführer.

Das Sprichwort "man könne den anderen nicht riechen" ist also wahr, was die (scheinbar) bewusste Partnerwahl und das Sympathieempfinden einer anderen Person in ein kritisches Licht rückt? In gewissem Maße, ja. Gründe dafür sind nicht nur psychologisch und damit bewusst erlebbar. Unsere Nase hat ein gewaltiges Wörtchen mitzureden. Wenn "die Chemie zwischen zwei Personen" nicht stimmt, läuft gar nichts, weder im sozialen Miteinander, noch in puncto Attraktivität.

Was uns aus dem Tierreich selbstverständlich erscheint, gilt also auch für den Menschen. Und so wie Tiere ihre Familie am Geruch erkennen, nimmt auch der Mensch unbewusst genetische Ähnlichkeiten zu Artgleichen wahr. Dies beginnt übrigens schon direkt nach der Geburt, indem der Säugling die emotionale Beziehung zur Mutter u.a. durch die Wahrnehmung ihres Körpergeruchs aufbaut (ebenso umgekehrt) und setzt sich auch im späteren Leben fort.

Ein weiteres Beispiel dafür, dass be stimmte Düfte prägend auf unsere Emotionen wirken, ist das After-Shave einer vergangenen Liebschaft, das (mehr oder weniger) gute Erinnerungen in uns wecken kann.

Übrigens, Frauen haben gegenüber Männern den "besseren Riecher"!