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Mehr "Kuschler" als "Motzkis"
Dienstag, 19. August 2003

Die Zeit der Meinungsumfragen, Wahlprognosen, Stimmungsbarometer und Stimmungsmache ist angebrochen.

Immer öfter hört man dabei von schlechter Stimmung, Rezessionsängsten, geringem Bildungsniveau und Politikmüdigkeit.

Da man als Marktforscher nur der Statistik glaubt, hat das Monheimer Institut selber nachgefragt: Sind wir wirklich ein Volk von Schwarzsehern und Rückwärtsgewandten, unfähig die Zukunft zu gestalten, weil wir in Selbstmitleid ersticken? Zum Glück sieht es für viele anders aus.

Die Mehrheit der Befragten bewegt sich zufrieden bis sehr zufrieden in ihrem sozialen Umfeld. Freunde, Bekannte, Lebensgefährten und sogar die oft als "Horror" beschriebene Familie schaffen für sehr viele ein "Nest", in dem man sich privat wohl behütet findet. Selbst der Arbeitsplatz ist für die Mehrheit eher eine Freude als eine Last.

Ein von vielen als attraktiv erlebtes Freizeitangebot erhöht zudem die Lebensqualität. Bei den Medien schneiden die Printmedien besser ab als das TV-Angebot.

Weniger positiv werden die gesellschaftspolitischen Faktoren bewertet. Die Euroumstellung oder das vielfach gescholtene Schulsystem schneiden dabei noch vergleichsweise gut ab. Der Politik und den politisch Agierenden wird dagegen ein weniger gutes Zeugnis ausgestellt.

Dass die Politik der Supermacht USA dabei nicht besser abschneidet, kann heimische Politiker wohl kaum trösten.
Analysiert man dieses Gesamtmeinungsbild differenzierter, lassen sich vier "Sozio-Typen" klassifizieren:
Der "Kuschler" fühlt sich in seinem engeren sozialen Netz gewoben aus Lebenspartner und Familie besonders wohl. Diese private Zufriedenheit färbt auch positiv auf die Wahrnehmung gesellschaftspolitischer Faktoren ab.
Die "Kuschler" sind eher etwas älter. "Kuschler" verfügen über eine gehobene Bildung und ein vergleichsweise hohes Nettoeinkommen, was sicherlich die Lebenszufriedenheit eher fördert als behindert.

Die "treuen Bürger" vergeben zwar auch keine Bestnoten für gesellschaftspolitische Faktoren wie Steuergesetzgebung oder Regierungspolitik, doch sind sie diesbezüglich deutlich zufriedener. "Die treuen Bürger" finden sich überproportional in größeren Haushalten bzw. Familienverbänden.
Die "Motzkis" sind der Gegentyp zu den "treuen Bürgen". Politik, Schulsystem, Euroumstellung, Antiterror-Politik sowie das gesamte politische Establishment werden sehr kritisch reflektiert. Dieser Typ findet sich vor allem bei den unter 30-Jährigen und ist tendenziell eher weiblich.

Bei den "Verlierern" schließlich steht weniger die gesellschaftspolitische Kritik im Vordergrund. Diese vergleichsweise kleine Gruppe ist vor allem von ihrer eigenen Lebenssituation enttäuscht. Dieser Typ findet sich verstärkt bei Männern sowie den 30- bis 39-Jährigen, die ihre Lebensziele (noch) nicht erreicht haben. Ihre unterdurchschnittliche Bildung sowie hier häufig anzutreffende Arbeitslosigkeit behindert das Erreichen einer zu-friedenstellenden Position in der Gesellschaft.

Auf den ersten Blick ist es beruhigend, dass die Gruppe der "Zufriedenen" ("Kuschler" und "Treue Bürger") der Gruppe der "Unzufriedenen" ("Motzkis" und "Verlierer") gegenüber überwiegt. Doch sollten wir nicht vergessen: Als Mitbürger sitzen wir aber, egal ob als "Kuschler", "Treuer Bürger", "Motzki" oder "Verlierer" alle in einem Boot.

Autor: Norbert Kaufmann