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Ein Tag im Leben eines Chartmakers
Sonntag, 19. März 2000

Morgens um neun, wenn die Welt noch ganz in Ordnung ist, betrete ich das Büro und schalte meinen Computer ein. Während der hochfährt, gucke ich nach, ob noch Kaffee da ist. Natürlich nicht. Also: Kaffee kochen!

Während dieser nun durchläuft - wenigstens einer, der nicht ständig meine Aufmerksamkeit erfordert - gehe ich zurück zum Computer, der mich mit der neuesten Kreation einer "Allgemeinen Schutzverletzung" erwartet: "Dieser Absturz wurde Ihnen präsentiert von ...". Okay, ich starte neu und bleibe diesmal dabei.

In der Zwischenzeit hat eine unserer "Psychos" - nennen wir sie zur Einfachheit mal Magda - spitzgekriegt, dass ich da bin. Nebenbei: Wie heißt eigentlich die weibliche Form von Psycho? Psychose? Wie auch immer. Ihrem herzlichen "Hör` mal, könntest Du nicht mal eben..." schließt sich nach einigen Füllwörtern hundertprozentig die Schlussformel an: "...muss aber heute noch raus."
So etwa um 9.30 Uhr sind wir Chartmaker - oder, wie uns unser Chef liebevoll zu nennen pflegt: "Die Irren" - vollzählig und wir widmen uns unserem Alltag. Jeder von uns sitzt konzentriert an seinem Computer und arbeitet. Bis Magda zur Tür hereinschaut und sich wundert, dass die Aufträge der übernächsten Woche "immer noch nicht" erledigt sind. Wir schweigen schuldbewusst.

Zwischenzeitlich wagt einer von uns einen Blick auf die Armbanduhr und ruft: "Wie? Schon 12.00 Uhr???"
Das ist dann das Signal für unsere Computer, sich in einer konzertierten Aktion zur Mittagspause abzumelden. Wann habe ich eigentlich das letzte Mal gespeichert? Auch den anderen Studienleitern ist unsere Anwesenheit nicht verborgen geblieben und sie erfreuen uns nun mit ihren Ansichten über das angestrebte Layout und ergötzen sich in Diskussionen über die längstmögliche Top-Box. Mein Vorschlag, die Seiten einheitlich schwarz zu färben, wurde erwogen und fallengelassen. Psycho Ernst meint, Rot und Blau seien schließlich auch schöne Farben, solange das Konglomerat nicht zu "spacig" aussieht.

Ich habe von Psycho Ernst jetzt die Aufgabe bekommen, Vorbilder von Schulkindern aus meiner Bildersammlung herauszusuchen. Weibliche. Es gibt weibliche Vorbilder? Nun, Mutter Theresa habe ich nicht. Jack Nicholson hat mich jedoch im Film "Besser geht`s nicht" auf eine Idee gebracht, als er auf die Frage, wie er so nett über Frauen schreiben könnte, antwortete: "Ich stelle mir einen Mann vor und subtrahiere Verstand und Zurechnungsfähigkeit". Super, ich nehme also das ursprünglich männliche Vorbild, subtrahiere den Schnurrbart und addiere diese Haare stattdessen am Hinterkopf. Tolle Frau! Bin ganz begeistert.
Mein Computer freut sich über diesen meinen Geistesblitz so sehr, dass er es vorzieht, ungestört ein wenig nachzudenken. Prima. Auf diese Weise komme ich endlich zu meiner Tasse Kaffee.

Es ist 14.00 Uhr. Zwischenzeitlich ist meine Arbeit so weit gediehen, dass ich Magda die ersten Seiten meines Chartsatzes zeigen kann. Sie freut sich - weniger über die Seiten, als über die Tatsache, dass ich sie gegenüber Ernst vorgezogen habe. Stimmt nicht ganz. Ernsts Charts liegen seit einer halben Stunde auf seinem Schreibtisch. Muss sie aber nicht wissen.
Gegen 16.00 Uhr sind die Korrekturumsetzungen erledigt. Magda freut sich. Diesmal über die Charts. Sie gibt mir die nächsten Seiten, die umgesetzt werden sollen, und ich gehe wieder an meine Arbeit.
Dieter fragt, ob ich ihm mal eben zusehen könnte. Ich antworte: "Jederzeit gerne, aber im Moment nervt Magda dermaßen...".
"Das will ich aber jetzt nicht gehört haben." Ich zucke zusammen und fluche innerlich über Teppichböden im Allgemeinen und Gummisohlen auf Teppichböden im Besonderen. Egal. Schließlich haben wir Humor.

Zwischen 19.00 und 20.00 Uhr speichere ich meine Arbeiten im 40-Sekunden-Rhythmus. Der Chartsatz ist fast fertig und Magda will morgen früh die Korrekturen fertig haben. Schnell noch mal ausgedruckt und den Kram Magda in die gierigen Finger gedrückt.
Während ich meinen Mantel anziehe, freue ich mich schon auf den nächsten Morgen, wenn es heißt: "Hör` mal, könntest Du nicht mal eben...muss aber heute noch raus."

Nachsatz: Psychose Magda bat mich mit schlagkräftigen Argumenten, doch bitte ihren Namen zu ändern. Dies habe ich - auch für Ernst - getan. Ähnlichkeiten mit lebenden Studienleitern sind daher zwar immer noch nicht ganz zufällig, aber zumindest ein wenig vertuscht.

Autor: Volker Gericke